Svizzer Blog


Shapeshifters
18. März 2007, 5:59 Uhr nachmittags
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In den letzten Wochen war hier auf dem Svizzer-Blog viel über soziale Netzwerke im Allgemeinen und Web 2.0 und Social News im Besonderen zu lesen. Die Idee des sozialen Netzwerks ist faszinierend - vielleicht ist es der interessanteste Aspekt der sinnvollen Nutzung des Internets überhaupt.

Die Kritiker des Social Web, wie auch immer es sich definieren mag, teilen diese Einschätzung nicht. Zunehmend wird nicht nur die rücksichtslose Kommerzialisierung des Gedankens hinter dem “sozialen Netz” beklagt, sondern auch die Berechtigung der Hoffnung bestritten, dass das Zusammenwirken einer beliebig großen und sich beliebig zusammensetzenden Anzahl an Menschen überhaupt je zu sinnvollen Ergebnissen führen könne. Dieser Gedanke findet sich in jüngster Zeit vor allem auch in einflußreichen Blogs, die das beinahe schon inflationär gebrauchte Schlagwort von der “Weisheit der Massen” kritisch hinterfragen und teilweise bis überwiegend die Meinung vertreten, das Social Web führe allenfalls zu einer Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner der Benutzer und damit zwangsläufig zu einer Banalisierung der Inhalte sowie zu einer drastischen Herabsetzung des Niveaus eines jeden Austausches in den Gemeinschaften.

Beide Kritikpunkte haben durchaus ihre Berechtigung. Da sich die meisten Social Communities durch Werbung refinanzieren (oder das zumindest beabsichtigen) und ferner darauf angelegt sind, eine möglichst große Anzahl Menschen als Nutzer zu gewinnen, ist die Nutzung mancher dieser Dienste tatsächlich eine multimediale, suchmaschinenoptimierte und vollständig sinnentleerte Zumutung weit jenseits jeglicher Grenze des guten Geschmacks.

Um so erfreulicher ist es, von kleinen und leisen Vorhaben rund um soziale Netzwerke zu lesen, von schmalen Budgets, von werbefreien Zonen im Internet und von dem heute eher seltenen Ziel, die Zahl der Benutzer nicht ins Unermeßliche anwachsen zu lassen.

Shapeshifters ist so ein seltenes Beispiel. Shapeshifters ist eine Businessplattform, die anders als z.B. Xing nach dem Closed-Shop-Prinzip funktioniert: Zum Netzwerk zugelassen werden nur Menschen, die von anderen Mitgliedern empfohlen werden. Auf diese Weise, schrieb brand eins in ihrer Dezemberausgabe 2006, “entstehe ein weltweites Netz von Leuten, die Wirtschaft ähnlich denken: kleinteilig, authentisch und wertebasiert.”

Hinter Shapeshifters steht Erich Pöttschacher, der im Unterschied zu den Betreibern der meisten modernen Internetforen nicht versucht, wahllos viele Menschen anzusprechen. Kontakte bei Shapeshifters sollen vielmehr zielorientiert sein und für die anderen Teilnehmer des Netzwerks einen realen Nutzen haben. Damit verträgt es sich nun einmal nicht, wenn man von den falschen Leuten überschwemmt wird, “von aggressiven Verkäufern, Abzockern und gelangweilten Nerds”, wie brandeins Pöttschacher zitierte.

Shapeshifters setzt auf präzise Recherche, lokale Netzwerke und Mundpropaganda. Ein vor zwei Jahren eingebrachtes Kapital von nur 100.000 Dollar wird dazu eingesetzt, die werbefreie Business-Plattform für sanfte Globalisierung behutsam und qualitätsorientiert zu vergrößern, um dann in “20 Jahren so etwas wie die Nachrichtenagentur Bloomberg für eine andere Form der Wirtschaft zu sein”. Das klingt sympathisch und richtig. Wir wünschen Shapeshifters bei der Erreichung dieser Ziele viel Glück und Erfolg.

Weiterführende Links zu Shapeshifters:
Webseite der Shapeshifters
Artikel in brand eins, Dezemberausgabe 2006
Artikel im Basic Thinking Blog von Robert Basic vom 6.12.2006
Interview mit Susanne Haider (Shapeshifters) im Interview-Blog am 24.1.2007
Artikel im Basic Thinking Blog von Robert Basic vom 26.1.2007

Shapeshifters



“Because change happens” [Update]
8. März 2007, 5:16 Uhr nachmittags
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Die Werbung regiert das Internet. Das ist eine Binsenweisheit, die jeder nachvollziehen kann, der die aktuellen Diskussionen z.B. rund um die Kommerzialisierung der Blogosphäre und nicht zuletzt auch die Macht der Suchmaschinen verfolgt.

Die meisten der lukrativen Geschäftsmodelle im Internet sind werbefinanziert, und Onlinemarketing bekommt mit der zunehmenden Beliebtheit von Podcasts und Internetvideos gerade frischen Schwung. Vieles entsteht hier und das ist gut so. Es wird neue und attraktive Formen der Werbung geben, die mit der klassischen Werbung konkurrieren und vielleicht sogar besser an die modernen Lebensgewohnheiten angepasst sind als der Werbespot, der einen Spielfilm unterbricht.

Ein Beispiel für eine mögliche neue Form von Werbung ist die Kombination von Nachrichtenvideos und Werbung. Dem Video wird der kurze Trailer eines Werbekunden vorangestellt. Der Betrachter muss wohl oder übel durch den zumeist kurzen Trailer durch, bevor er das Nachrichtenvideo betrachten kann. Es liegt auf der Hand, dass sich für diese Form der Werbung vor allem Videos zu populären Themen eignen, die von einer größeren Anzahl an Personen betrachtet werden als Nachrichten, für die sich niemand interessiert.

Nicht immer gelingt dann aber auch die inhaltliche Abstimmung zwischen der Nachricht und der vorgeschalteten Werbung. Ein Musterbeispiel für schlechte Abstimmmung führt uns Spiegel Online und einer seiner Werbekunden, die Zürich Versicherung, vor:

Eine aktuelle Nachricht über Polizeigewalt in Großbritannien wird von Spiegel Online mit dem Video einer Überwachungskamera versehen, die den Vorgang aufzeichnete. Das Video zeigt einen Polizeibeamten, der vor der Tür eines Clubs in London eine Besucherin brutal verprügelt.

Prügelszene

Glaubt man der Überschrift des Artikels, sind die Briten über diesen Vorgang entsetzt. Um so seltsamer mutet es allerdings an, dass die Zürich Versicherung sich dazu entschlossen hat, im Kontext mit diesem Video Werbung zu machen. Dem Video vorangestellt ist ein kurzer Trailer der Zürich Versicherung, der mit dem sinnhaften Spruch endet: “Because change happens”.

Trailer Zürich Versicherung

Gerade im Kontext mit der Prügelszene wirkt dieser Spruch wirklich mehr als bizarr. Ich persönlich erachte die Kombination als vergleichsweise geschmacklos. Was soll uns die Kombination sagen? Will die Zürich Versicherung damit auf die Sinnhaftigkeit einer Krankenversicherung gerade für Besucher von Clubs aufmerksam machen? Ich warte auf den Tag, an dem solch ein Video mit dem Satz eingeleitet wird: “Die nachfolgende Prügelszene wird Ihnen gesponsort von XYZ”.

Aber sicher hat die konservative Zürich Versicherung in einem Punkt mit ihrer Aussage Recht: Diese Form der Werbung ist nur denkbar, weil Dinge sich ändern, wenn auch nicht immer zwingend zum Guten…

[Update von 17:30 Uhr] Spiegel Online hat den Trailer mittlerweile entfernt. Das ging aber schnell!

Because change happens



Was Sie schon immer über Blogs wissen wollten… [Update]
23. Februar 2007, 12:42 Uhr nachmittags
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Blogs spielen eine immer wichtigere Rolle im Zusammenhang mit Information, Meinungsbildung und Kommunikation. Das Thema “Blogs” ist vielschichtig und man kann ganze Bücher damit füllen. Wie viele Bücher es zu diesem Thema mittlerweile gibt, ist mir allerdings erst klar geworden, als ich heute bei den Blogpiloten den Beitrag “Bloggen auf Papier” gelesen habe: Die Blogpiloten haben sich die Arbeit gemacht, über 50 Bücher zum Blogging zusammenzutragen. Wenn Sie sich also mit diesem Thema beschäftigen möchten, ist die Literaturliste der Blogpiloten der denkbar beste Einstieg.

Mein persönlicher Favorit zum Thema Blogs und Web 2.0 ist nach wie vor Tom Alby’s Buch “Web 2.0“. Tom hat es geschafft, auf knapp 230 Seiten alles, was zu diesen Themen wissenswert ist, übersichtlich und gut leserlich zusammenzustellen.

[Update von 16:45] Weil es gerade so schön passt: Herrlicher und unbedingt lesenswerter Artikel von Robert Basic im Basic Thinking Blog über die Macht des Blogs. Schönes Wochenende!

Was Sie schon immer über Blogs wissen wollten…



“Neue Updates sind verfügbar”
22. Februar 2007, 4:05 Uhr nachmittags
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Wenn Sie Windows nutzen, kennen Sie das wahrscheinlich: Sie starten Ihren Rechner und nach einer Weile ist dann hoffentlich alles so, wie Sie es erwarten: Das Betriebssystem ist hochgefahren, Ihr Bildschirmhintergrund ist da, die Internetverbindung ist aufgebaut, Skype hat sich angemeldet und Ihr Desktop sieht aus wie immer. Alles wunderbar. Ab und zu, in der letzten Zeit allerdings eher häufiger, macht aber ein nettes gelbes Icon unten rechts in der SysTray auf sich aufmerksam, das Sie zum Update des einen oder anderen Programms auffordert. Dies geschieht mit der Meldung:

“Neue Updates sind verfügbar”

Diese Meldung gibt mir stets das gleiche Rätsel auf, auf dessen Lösung ich allerdings bis heute trotz intensiven Nachdenkens nicht gekommen bin: Warum spricht Microsoft in diesem Kontext immer von “neuen Updates”, denn “Updates” sind ja per Definition bereits Softwareaktualisierungen und der Begriff der “Aktualisierung” impliziert doch gerade, dass die betreffende Software damit “auf den neuesten Stand gebracht” wird. Eine Software aber auf einen noch neueren als auf den neuesten Stand zu bringen, das schafft niemand, Microsoft schon gar nicht noch nicht einmal Microsoft.

Für dieses Phänomen gibt es aus meiner Sicht mehrere plausible Erklärungen:

Es könnte sein, dass Microsoft den Einsatz rhetorischer Stilmittel liebt und eine ganz besondere Vorliebe für den Pleonasmus bzw. die Tautologie entwickelt hat. Da Microsoft sich nicht getraut, dem Benutzer zu vermelden: “Sie haben eine tote Leiche” oder ersatzweise: “Frau Merkel ist die erste weibliche Bundeskanzlerin”, denn das wäre zu politisch, muß eben das “neue Update” herhalten. Da ich allerdings vermute, dass der Text “neue Updates sind verfügbar” nicht unbedingt der Feder eines Linguisten entsprungen ist, halte ich diese Deutung für eher unzutreffend.

Linux-User könnten nun mutmaßen, dass der durchschnittliche Windows-Anwender nur mäßig mit Intelligenz gesegnet und daher nicht in der Lage sein dürfte, den Begriff des “Updates” intellektuell richtig einzuordnen. Daher könnte es vielleicht auch sein, dass der Windows-User an sich eines zusätzlichen Stimulus, nämlich den der attraktiven “Neuheit” eines Updates bedarf, um ihn zur Durchführung der von Microsoft gewünschten Aktion, das Klicken auf den Update-Button, zu veranlassen. Wie wir aber alle wissen, ist die Auffassung, wir Windows-User seien geistig minderbemittelt, nur ein Vorurteil, dessen Zweck sich darin erschöpft, Freitagsdikussionen im Heise-Forum abwechslungsreicher, kommunikativer und lustiger zu gestalten. Der Grund für das “neue Update” von Microsoft muß also ein anderer sein.

Vielleicht hat das “neue Update” seinen Ursprung tatsächlich in der Aktualisierungspolitik von Microsoft und damit durchaus seine Berechtigung: Wenn man sich die gleichermaßen an Tradition wie Pannen reiche Patch-Historie von Microsoft einmal genauer betrachtet, dann kommt man um die Feststellung nicht umhin, dass zahlreiche Updates von Microsoft ja bereits am Tag ihres Erscheinens wieder veraltet sind, Lücken aufweisen oder gar die Sicherheit des jeweiligen Rechners gefährden, so dass sie daher unverzüglich wieder ausgetauscht upgedatet werden. Ja, und wenn man “Updates updated”, dann hat wir was? Genau! Ein “neues Update”.

Ich befürchte aber, dass auch dieser Erklärungsversuch das Phänomen des “neuen Updates” nicht zu erfassen vermag, da ich Microsoft dieses selbstironische Moment nicht zutraue. Der wohl wahrscheinlichste Grund für den mich stets auf’s Neue irritierenden Pleonasmus dürfte wohl sein, dass verdammt noch mal kein Schwein bei Microsoft je darüber nachgedacht hat, was für einen Quatsch er da schreibt, wenn er von “neuen Updates” faselt. So. Das mußte mal gesagt werden. Und jetzt installiere ich endlich dieses “neue Update”, damit diese sinnlose Meldung aus meinem Blickfeld verschwindet.

Neue Updates sind verfügbar



Was machen Sie am 24. März?
22. Februar 2007, 2:48 Uhr nachmittags
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Gab es ein Leben vor dem Computer? Und wenn, war es wirklich lebenswert? Am 24. März 2006 haben Sie Zeit, hierüber nachzudenken, denn an diesem Tag ist “Shutdown Day“.

Beim “Shutdown Day” handelt es sich um ein Experiment: Können Sie einen Tag ohne Computer auskommen? Ganz ohne Computer? Und auch ohne Email und Youtube und Flickr (und Svizzer)? Können Sie das wirklich?

Wenn das so ist, dann gehören Sie zu den 85%, die der Auffassung sind, sie könnten einen Tag ohne ihren Rechner überleben. 15% zweifeln ernstlich daran, ob sie hierzu in der Lage sind.

Machen Sie die Probe auf’s Exempel, tragen Sie sich beim Shutdown Day und den 24. März in Ihren Kalender ein. Sie brauchen übrigens keinen Urlaub zu beantragen, denn der 24.3. ist ein Samstag und es gibt so viele schöne Möglichkeiten, einen Samstag zu verleben. Und außerdem haben Sie ja noch 29 Tage Zeit, sich auf diese 24 Stunden vorzubereiten.

Was machen Sie am 24. März?



Nachlese zu “Google Master Plan”
20. Februar 2007, 8:39 Uhr nachmittags
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Ein persönlicher Kommentar.

Vor ein paar Wochen wurde das Flash-Movie “Master Plan - über die Macht von Google” veröffentlicht und u.a. bei YiGG darüber berichtet. In kurzer Zeit erhielt die entsprechende Nachricht bei YiGG 106 Stimmen, was für die Qualität des Werkes spricht. Das von Ozan Halici und Jürgen Mayer wirklich hervorragend gemachte Werk setzt sich mit Google und möglichen Gefahren auseinander, die davon ausgehen könnten, dass Google (als Synonym für andere Suchmaschinen) allzu viel über uns Benutzer in Erfahrung bringen könnte.

Das Werk hat mich persönlich sehr beeindruckt und ich habe es auf unserem Firmenblog, hier und auch bei Heise empfohlen.

Um so enttäuschter war ich, als mich ein anderer Heise-User (”registriert05″) darauf aufmerksam machte, dass im Quelltext der Webseite von “Master Plan” das Analysetool “Google Analytics” eingebunden sei. Man erkennt das daran, dass auf ein Javascript verwiesen wird, das den alten Namen des Analysetools (”Urchin”) enthält. Ich hatte das nicht bemerkt, da ich mir nur selten den Quelltext von Webseiten ansehe.

In einer ersten Reaktion dachte ich, dass es sich hierbei vielleicht um ein Versehen handele, so dass ich die Macher des Films hierauf ansprach. Allerdings mußte ich erfahren, dass es sich um kein Versehen handelt und “Google Analytics” bewußt in die Webseite aufgenommen wurde.

In der Korrespondenz mit den Werkschaffenden wies ich zugleich auch darauf hin, dass die Nutzung von “Google Analytics” vorliegend auch den Datenschutzbestimmungen von Google zuwiderlaufe, da Google einen ausdrücklichen Hinweis auf die Verwendung dieses Tools verlange, während sich aber auf der Webseite von “Master Plan” kein entsprechender Hinweis finde.

Die Macher von “Master Plan” vertreten hierzu die Auffassung, dass von einer heimlichen Verwendung des Analysetools keine Rede sein könne, da man ja beim Aufruf der Seite unten links im Browserfenster eine Meldung über die Verbindung zu “Google Analytics” sehe. Sie stellten aber in Aussicht, meine Bedenken nochmals zum Anlass zu nehmen, über einen mit den Nutzungsbestimmungen von Google konformen Hinweis zum Datenschutz auf der Webseite nachzudenken.

Das war vor über 10 Tagen. Seitdem ist nichts geschehen. Ich persönlich habe nichts gegen die Verwendung von “Google Analytics”. Es handelt sich um eine gute Software zur Analyse der Besucher auf einer Website, deren IP-Adressen, Herkunft, u.s.w.

Ich halte es aber für zumindest sehr inkonsequent, wenn man ein Werk schafft, das sich mit der von Google ausgehenden Gefahr für die Privatsphäre auseinandersetzt, gleichzeitig aber ein Google-Analysetool einsetzt und das auch noch entgegen Google’s Bestimmungen zum Datenschutz.

Aus meiner Sicht wird damit die Glaubwürdigkeit der Aussage von “Master Plan” doch sehr entwertet. Schade!

Nachlese zu Google Master Plan



Lesestoff
19. Februar 2007, 12:32 Uhr nachmittags
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Für Interessierte hier zwei weitere, sehr interessante Quellen zum Thema Suchmaschinen und Enterprise Search:

SeekXL: Das Suchmaschinenblog der Metasuchmaschine SeekXL aus Berlin

Enterprise Search: Die herstellerneutrale Informationsseite zu Enterprise Search von Jörg Issel

Viel Spaß bei der Lektüre!

Lesestoff



Was Sie schon immer über Web 2.0 wissen wollten…
15. Februar 2007, 7:19 Uhr nachmittags
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Jörg Kantel, der Schockwellenreiter, hat einen Workshop zum Thema Web 2.0, den er Ende letzten Jahres am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte durchgeführt hat, schriftlich ausgearbeitet und unter dem Titel “Web 2.0: Werkzeuge für die Wissenschaft” ins Netz gestellt.

Auf 34 Seiten wird hervorragend und überdies sehr anschaulich beschrieben, was Web 2.0 ist, welche Technologien Verwendung finden, was hinter welchen Abkürzungen steckt, welche Chancen Web 2.0 bietet, und vieles mehr.

Was Sie schon immer über Web 2.0 wissen wollten…



Web 2.0 in 4 Minuten 31 Sekunden
7. Februar 2007, 11:01 Uhr vormittags
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Ein sehr schönes Video über Web 2.0 nacht gerade Furore im Web. Es heisst “Web 2.0 … The Machine is Us/ing Us” und stammt von Michael Wesch, Assistant Professor für Anthropologie an der Kansas State University. Das Video ist einer der Beiträge zu dem Projekt “Digital Ethnography“.

Link zu: Web 2.0 … The Machine is Us/Ing Us

Web 2.0 in 4 Minuten 31 Sekunden



Suchen ist Macht
5. Februar 2007, 3:12 Uhr nachmittags
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Wer uns kennt, der weiss, dass wir “Suchfreaks” und der festen Überzeugung sind, dass der Zugang zu Information heute mehr denn je ein Machtinstrument ist. Wenn man die Entwicklung der letzten Monate betrachtet, dann spielt das Thema Suche eine immer größere und wichtigere Rolle. Nicht nur in der IT selbst.

Microsoft hat einen ersten und - aus unserer Sicht viel zu zaghaften - Versuch unternommen, eine umfassende Suche in das neue Betriebssystem Vista zu integrieren. “The ‘Wow’ starts now” hiess es daher vielleicht ein wenig zu Unrecht in der vergangenen Woche, denn nur wenig ist von den grossen Plänen Microsofts übrig geblieben, mit Vista die Art und Weise des Umgangs mit Informationen grundlegend zu verändern. Vieles ist bunter und gefälliger geworden, transparenter ist bei Vista allerdings in erster Linie die Darstellung der Oberfläche selbst geworden, das Informationsmanagement hingegen nicht. Steve Ballmer beeindruckt das aber nicht sehr. Er hat sich jetzt zum Ziel gesetzt, Google anzugreifen.

Google hat derweil erneut ein glänzendes Quartalsergebnis vorgelegt. Nicht viele Unternehmen verdreifachen mal so eben ihre Profite. Immer mehr Menschen fragen sich allerdings, wie lange Google noch die unangefochtene Nummer 1 im Markt der Suchmaschinen sein wird. Gerade heute hat Google einen Powerpoint-Klon angekündigt und damit erneut die Gerüchte genährt, Google greife Microsoft an und versuche, ein Online-Betriebssystem zu entwickeln. Zeigen diese Gerüchte wirklich die Richtung auf, in die Google sich weiterentwickeln wird? Baut Google an einem Notfallplan für den Fall, dass sich der Markt für Onlinewerbung grundlegend verändern wird? Befürchtet Google, dass das Unternehmen irgendwann einmal von einem Startup überholt werden wird, das so cool ist, wie Google es einmal war?

In der Zwischenzeit hat sich Google auch mit zunehmend alltäglicheren Dingen herunzuschlagen. Youtube macht nicht nur Freude, sondern auch jede Menge Ärger: MTV hat vergangene Woche Google/Youtube zur Löschung von über 100.000 Videoclips aufgefordert. Die Klickbetrugsrate erreicht 2006 mit knapp 20% ihr neues Rekordmass. Mit anderen Worten: Jeder fünfte Klick auf eine Anzeige ist betrügerisch. Die Zensur von Suchergebnissen in China und andernorts schafft immer neue Probleme, die nun sogar die Großen der Szene zu einem gemeinsamen Hilferuf an die amerikanische Regierung vereint hat. Google, MSN und Yahoo fordern die Regierung in diesem Hilferuf dazu auf, rechtlichen und moralischen Beistand bei Anfragen ausländischer Staaten zu leisten, die unzensierte Suchmaschinenergebnisse nicht mit ihrer Politik vereinbaren können.

Und die Konkurrenz? Sie schläft keineswegs. Angefeuert von einem wieder aufkeimenden Investitionsklima vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine Millioneninvestition in ein Startup bekannt gegeben wird. Viel Geld fließt in Communities, viel Geld auch in Suche. In den USA natürlich im großen Stil, aber auch in Europa wieder reichlich. John Battelle, der Meister, hat unlängst eine Liste mit 100 populären Suchmaschinen herausgegeben - und das waren bei weitem nicht alle, die gegenwärtig existieren. Jeden Tag gibt es einen neuen Ansatz und früher oder später wird einer dabei sein, der die Welt ähnlich umkrempeln wird, wie es Google vor kurzem getan hat.

Dabei darf man nicht verkennen, dass es auch zunehmend Menschen gibt, die die Allmacht der Suchmaschinen mit kritischem Blick sehen. Information ist Macht und Macht öffnet dem Missbrauch Tür und Tor. Es fügt sich ins Bild, dass vermehrt auch die Politik sich Zugriff auf möglichst viele Informationen verschaffen möchte, wobei die Wahl der Waffen in jüngster Zeit vermehrt durch opportunistische Ziele beeinflusst wird: Man nimmt, was man kriegen kann. Die Polizeibehörden und Innenministerien sind weltweit in Google-Laune und so vergeht kaum ein Tag, an dem nicht eine neue staatliche Daten-Begehrlichkeit offenbar wird. Um so seltener sind die Tage, an denen der staatlichen Datensammelwut Einhalt geboten wird. Heute ist so ein Tag, zumindest in Deutschland, wo der Bundesgerichtshof eben entschieden hat, dass die “Online-Duchsuchungen” keine Rechtsgrundlage haben.

Mit dem möglichen Missbrauch von Macht bei Google beschäftigt sich der Flash-Film “Google Epic 2015“, mittlerweile fast schon ein Klassiker. In die gleiche Richtung weist “Master Plan“, das Erstlingswerk von Ozan Halici und Jürgen Mayer aus Ulm, die mit diesem hervorragenden Flash-Film ihren damit erworbenen “Bacheler of Arts” mehr als verdient haben. Nicht auf Google beschränkt hat sich Johannes Widmer, der in seinem gleichfalls hervorragenden Flash-Movie “Panopti.com - Die schöne neue Welt der Überwachung” aufzeigt, welche digitalen Spuren wir alle heute wo hinterlassen und wer diese Spuren zu welchen Zwecken sammelt.

Suchen ist Macht