Svizzer Blog


Googlosoft
22. Februar 2007, 12:44 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Competition

Jetzt geht’s erst richtig los: Google wildert im angestammten Microsoft-Terrain, den Desktop-Applikationen rund um den Officebetrieb.

Es begann sich ja bereits im März 2006 mit dem Kauf der Online-Textverarbeitung Writely durch Google und der Entwicklung des Online-Kalenders CL2 abzuzeichnen. Im Juni 2006 folgte die Ergänzung um eine Online-Tabellenkalkulation. Letztere wurde sodann mit der Textverarbeitung zu dem kostenlosen Produkt “Google Docs & Spreadsheets” zusammengefasst, einem Tool, das sich vor allem auch dadurch auszeichnet, dass die Zusammenarbeit mehrerer Benutzer am gleichen Dokument gut unterstützt wird.

Parallel hierzu gab Google Gmail, Google Talk und den Online-Kalender als Bestandteil der “Google Apps for your Domain” als kostenlosen Dienst heraus.

Mit “Google Apps Premier Edition” legt Google aber jetzt noch einmal kräftig nach und zielt damit auf Geschäftskunden ab, denen eine nunmehr annähernd vollständige Office-Suite online zum Preis von 38 Euro pro Jahr angeboten wird: Man nehme Gmail, Google Talk, Google Calendar, Google Docs & Spreadsheets und ergänze das Paket durch Google-Hosting und 10 GB Speicherplatz pro Benutzer, und fertig ist das Angebot, das übrigens bis zum 30. April kostenlos getestet werden kann.

Microsoft wird das gar nicht lustig finden, hat MS doch mit Microsoft Office Live diesem Angebot kaum mehr als Email und ein wenig Webspace entgegenzusetzen. Steve Ballmer, der noch anlässlich des Vista-Launches angekündigt hat, man wolle nun Google im Websuchbereich angreifen, wird damit vermutlich sein Statement noch einmal überdenken müssen, zumindest bis klar ist, wer hier wen angreift.

Ach ja, eine Online-Präsentationssoftware als Pendant zu Powerpoint fehlt Google nach wie vor im Sortiment. Man darf gespannt sein, wann diese Lücke geschlossen wird…

Andere Quellen: Heise, Golem, Silicon.de, Inside-IT, Netzwoche, TechCrunch

Googlosoft



Powerset mit ehrgeizigem Ziel [Update]
11. Februar 2007, 2:09 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Competition

Die in San Francisco ansässige Suchmaschine Powerset hat letzte Woche das Geheimnis rund um ihre Suchmaschine gelüftet. Das Unternehmen, das sich selbst ehrgeizig als “Google-Killer” einstuft, will Google mit einer besseren natürlichsprachlichen Suche Konkurrenz machen, die Benutzereingaben “verstehen” soll.

Search Engine Watch berichtete vor kurzem hierüber und auch John Battelle und Michael Arrington schrieben über Powerset. Selbst die ehrwürdige News York Times adelte die neue Suchmaschine mit einem Artikel.

Auf der Website von Powerset gibt es noch nichts zu sehen und auch das Blog von Powerset schweigt sich aus. In den News von Powerset ist jedoch zu lesen, dass Powerset und PARC (Palo Alto Research Center) einen Lizenzvertrag über die natürliche Sprachverarbeitung von PARC geschlossen haben, die folglich von Powerset verwendet werden soll. Dies wird auch durch entsprechende Blogbeiträge von Steve Newcomb (COO Powerset) und Lorenzo Thione (Product Architect Powerset) bestätigt.

Das Ziel von Powerset ist in zweierlei Hinsicht sportlich: Zum einen will das Unternehmen ernstlich mit Google konkurrieren, zum anderen haben sich auch schon vor Powerset eine Menge intelligenter Menschen mit natürlichsprachlichen Technologien beschäftigt. Solange wir aber noch mit Computern arbeiten, die nicht zu selbständigen Entscheidungen in der Lage sind, da sie nicht zum Verständnis befähigt sind, wird es ziemlich schwer werden, den Traum vom “verstehenden Computer” zu realisieren.

[Update vom 12.2.] Michael Arrington schreibt im heutigen TechCrunch: “The more I dig into the new search engine startup Powerset the more I am wondering if it is nothing more than a house of cards.”

Powerset mit ehrgeizigem Ziel



Auf der Jagd nach Google [Update]
2. Januar 2007, 11:03 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Competition

Die ungebrochene Dominanz der Suchmaschine Google ist eine ständige Herausforderung für Startups. Noch nie war ein Hightech-Unternehmen in so kurzer Zeit so erfolgreich wie Google. Zugleich war es aber auch noch nie so einfach, die unangefochtene Nummer 1 vom Thron zu stürzen, da zwischen Google und ihren Nutzern keine intensive Bindung besteht, sieht man einmal von der Macht der Gewohnheit ab. Dies liegt daran, dass die Kunden Nutzer von Google jederzeit ohne jeglichen Aufwand und ohne Kosten zu einer beliebigen anderen Suchmaschine wechseln könnten. John Battelle weist in einem Nebensatz darauf hin, dass bereits der geringste Nutzungsvorteil, den eine andere Suchmaschine zukünftig bieten könnte, bei Google erdrutschartige Verluste verursachen könnte. Das motiviert Startups und natürlich auch die Venture Capital Szene, denn mit dem Thema “Suche” ist viel Geld verbunden.

Und so beginnt das Jahr 2007 mit Spekulationen darüber, welches Unternehmen aus dem Suchmaschinenmarkt für Google eine ernsthafte Bedrohung werden könnte. Die New York Times widmet diesem Thema einen Artikel mit der Überschrift “Looking for the next Google” und stellt in dem Artikel eine Reihe neuer Herausforderer vor, die zum Teil auch neue konzeptionelle Ansätze verfolgen.

Powerset ist einer der jüngsten Herausforderer und bekam jüngst USD 12,5 Mio. für den Kampf gegen Google. Leider ist Powerset noch nicht online, daher kann man nicht abschätzen, wie gut oder schlecht die Suchmaschine arbeitet. Dem Vernehmen nach setzt Powerset aber auf eine neue Art, Suchanfragen einzugeben. Anders als bei Google, MSN, Yahoo oder Ask.com, sollen die Suchanfragen bei Powerset als in vollständigen Sätzen formulierte Fragen eingegeben werden können.

Ganz so neu ist dieser Ansatz freilich nicht. Hakia, ein anderes junges Unternehmen auf der Jagd nach Google (finanziert mit USD 16 Mio.) verfährt ebenfalls nach diesem Ansatz und lässt ihre Nutzer die Suchanfragen optional in vollständigen Sätzen eingeben. Die Qualität der Ergebnisse ist überraschend gut. Hakia hat zumindest technologisch das Potenzial, zu einem bedeutsamen Spieler in der Suchmaschinenszene zu werden.

Ebenfalls mit USD 16 Mio. finanziert ist Snap, eine Suchmaschine, deren Vorzug darin bestehen soll, dass der Benutzer in den Suchergebnissen nicht nur einen Eintrag findet, sondern auch eine Vorschau auf die jeweilige Webseite. Auch das haben wir allerdings schon gesehen, z.B. bei Alexa, einer Suchmaschine, die zur Amazon-Gruppe gehört.

Wirklich radikal neu ist hingegen der Ansatz von ChaCha. ChaCha ist mit USD 6,1 Mio. finanziert und setzt auf eine Unterstützung der Internetsuche durch Menschen, sogenannte Guides. Alternativ zur gewöhnlichen Internetsuche können Sie sich bei ChaCha unentgeltlich mit einem Guide verbinden lassen, mit dem Sie in einen Chat eintreten. Der Guide hilft Ihnen dann bei der Formulierung der Suchanfrage oder weist Sie auf Seiten im Internet hin, die diese Anfrage beantworten können. Die mehreren Tausend Guides, die für ChaCha arbeiten, sind für bestimmte Themen Experten und suchen sich aus den Anfragen, die sie erhalten, diejenigen heraus, die das Gebiet ihrer Expertise betreffen. Ich halte das für einen überzeugenden Ansatz, denn die Tatsache, dass Informationen durch das Internet heutzutage leicht verfügbar sind, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir nicht auf allen Gebieten Experten sind. Ein weiterer Vorteil ist die Kommunikation mit Menschen, da Menschen gerne mit Menschen kommunizieren, aber nicht mit Maschinen.

Denkt man den Ansatz von ChaCha konsequent fort, könnte daraus ein erstklassiges Businessmodell entstehen. ChaCha setzt zwar derzeit auch auf die klassische Finanzierung von Suchmaschinen durch Sponsored Links, aus dem Ansatz könnte sich allerdings auch ein entgeltlicher Dienst ähnlich einer Unternehmensberatung entwickeln, was natürlich hohe Anforderungen an die Qualifikation der Guides stellen würde. Für solch eine Informationsberatung könnte aber ein echter Bedarf bestehen.

Vielleicht aber ist die Zeit für solche Modelle noch nicht gekommen. Nutzer von Suchmaschinen haben sich in den letzten Jahren nun einmal daran gewöhnt, dass man Suchmaschinen mit wenigen, möglichst prägnanten Begriffen füttern muss, um zum gewünschten Ergebnis zu gelangen. Und so halte ich es für möglich, dass Google vielleicht am ehesten von Angeboten Konkurrenz bekommt, die Google ähnlich sind. Ask ist insofern ein aussichtsreicher Konkurrent, da Ask heute so ist, wie es Google einmal war: Sympathisch, offen, nicht übermächtig und auf die Suche im Web fokussiert.

Die Vielfalt des Angebots zeigt aber jedenfalls, dass es nicht immer Google sein muss. Ob Ask, Hakia, Snap oder ChaCha, es gibt eine Vielzahl guter Alternativen.

[Update vom 2.1.2007, 17:00 Uhr] David Eicher hat heute zu diesem Thema einen schönen, langen, reich bebilderten und sehr instruktiven Artikel im Brainwash-Blog geschrieben.

[Update vom 3.1.2007, 14:30 Uhr] Passt vielleicht nicht 100%ig, aber doch recht gut: John Battelle hat in seinem Blog heute eine Liste von 100 Suchmaschinen  veröffentlicht, die eine Rolle spielen sollen.
Auf der Jagd nach Google



IBM Omnifind Yahoo Edition [Update]
14. Dezember 2006, 5:35 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Competition

Nun steigt also auch Yahoo in den Ring und zwar gemeinsam mit IBM, deren bislang schwer verkäufliche Omnifind-Technologie die Basis für das gemeinsame Enterprise Search Produkt IBM Omnifind Yahoo Edition darstellt.

Interessant ist, dass Yahoo damit erstmals ein Produkt anbietet, das sich an Unternehmenskunden wendet. Bislang hatte Yahoo (ähnlich wie übrigens auch Ask) nur den Konsumenten im Blick. Nun hat man wohl auch bei Yahoo erkannt, dass ein Anwender auch dann ein Konsument bleibt, wenn er einem Beruf nachgeht.

Mit dem gemeinsamen Produkt, das nur bis zu 500.000 Dokumente indexieren kann und auch nur in diesem Umfang kostenfrei ist, zielt Yahoo klar auf Google, deren Produkte Mini und Search Appliance sich im Billigsegment mittlerweile gut verkaufen: Gartner Research prognostiziert in der Studie “Google for Enterprise Search is Simple and Popular, Yet Limited”, dass Ende 2007 knapp 40% der neuen Enterprise Search Lizenzen von Google stammen werden.

Wir haben uns die Frage gestellt, welche Strategie Google und nun auch Yahoo mit dem Eintritt in den Enterprise Search Markt verfolgen. Angesichts der Tatsache, dass Yahoo das neue Produkt verschenkt und auch Google`s Produkte nicht sonderlich profitabel sind, kann es beiden Unternehmen nur darum gehen, über kurz oder lang die Reichweite ihrer werbegetriebenen Plattformen zu vergrössern.

Die Begrenzung auf lediglich 500.000 Dokumente, das fehlende Rechtemanagement, der Ausschluss von Emails von der Indexierung und das Fehlen jeglichen Komforts bei der Suche im eigenen Datenbestand sprechen dafür, dass überwiegend Kleinstunternehmen mit dem Angebot von Yahoo und IBM angesprochen werden sollen. Ob diese das Angebot tatsächlich auf breiter Front nutzen werden oder sich nicht statt dessen eher für eines der ebenfalls kostenlos verfügbaren Desktop Search Tools von Google, Copernic, xfriend, X1 oder Svizzer oder gar für ein ausgewachsenes Enterprise Search Tool entscheiden, wird die Zukunft zeigen.

Weitere Berichte hierzu finden Sie bei John Battelle, NewsFactor, Heise, The Street, ZDnet, im Yahoo Blog und bei Search Engine Watch.

[Update vom 18.12.2006] Wolfgang Sommergut hat dem neuen Tool von IBM/Yahoo einen lesenswerten Artikel in seinem Blog gewidmet. Das Gesamturteil fällt nicht sonderlich positiv aus. Eine Passage des Beitrags ist besonders interessant:

“Es besteht keine offizielle Möglichkeit, Adapter für andere Daten-Pools wie SQL- oder Notes-Datenbanken zu integrieren. Die Suchmaschine kennt außerdem keine Sicherheitsfunktionen, wie sie in der Enterprise-Suche sonst üblich sind. Wenn der Crawler Zugang zu bestimmten Daten hat, dann tauchen sie in der Trefferliste auf, egal ob der Benutzer berechtigt ist, auf diese Quellen zuzugreifen. Da eine Kopie eines jeden indizierten Dokuments im Cache abgelegt wird, könnten sie von allen eingesehen werden, die nicht befugt sind, das Original zu öffnen. Es ist daher Vorsicht geboten, mit welchen Rechten und Passwörtern man den Crawler ausstattet.”

(Zitat aus: Wolfgang Sommergut, Anmerkungen zu IBMs kostenloser Web-Suchmaschine Omnifind Yahoo Edition)

Wenn das wirklich wahr sein sollte, was wir noch nicht aus eigener Anschauung bestätigen können, da unsere eigenen Tests der IBM Omnifind Yahoo Edition erst für die kommende Woche geplant sind, wird das neue Produkt trotz der Unentgeltlichkeit ziemliche Schwierigkeiten haben, einen Markt zu finden.

Ferner stellt Wolfgang Sommergut fest, dass das neue Produkt annähernd ausschliesslich auf IBM’s Urheberschaft zurückzuführen ist. Bei Lektüre unseres Blogposts könnte der unzutreffende Eindruck entstehen, die Lösung entstamme den Yahoo-Labs. Wir haben Yahoo deshalb so oft in unserem Beitrag erwähnt, weil die für uns wichtige Komponente an der gemeinsamen Lösung der erstmalige Einstieg der bislang strikt auf Consumerbusiness orientierten Marke in den Enterprise Search Markt markiert.

IBM Omnifind Yahoo Edition



Ms. Dewey
27. Oktober 2006, 9:17 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Competition

Ms. Dewey

Wer behauptet, Suchmaschinen seien langweilig und nüchtern, soll sich einmal Ms. Dewey ansehen. Wir loben den Wettbewerb ja nur schweren Herzens, aber das ist wirklich einmal eine schöne Suchmaschine - sicher die schönste, die wir bislang gesehen haben.

OK, über die Suchergebnisse selbst und deren Aufbereitung kann man sich trefflich streiten, aber suchen mit Ms. Dewey macht dafür wirklich Spass, wenn man es nicht eilig hat.

Kompliment an Microsoft, die hinter dem Projekt steht. In der Rolle von Ms. Dewey sehen Sie übrigens die Schauspielerin Janine Gavanka…

Ms. Dewey



Google Custom Search Engine
24. Oktober 2006, 12:46 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Competition

Über Rollyo haben wir vor kurzen berichtet. Rollyo lässt den Benutzer des Dienstes seinen individuellen Suchraum aus bis zu 25 Domains zusammenstellen und diesen Suchraum als eigene Mini-Suchmaschine speichern. Rollyo, auf deren Seiten man die Suchmaschinen anderer Anwender betrachten kann, ist eine Web 2.0-Anwendung. Der Service bedient sich bei der Suche selbst der Websuchmaschine ihres Partners Yahoo. Yahoo hat kurz nach dem Launch von Rollyo selbst einen gleichartigen Dienst ins Portfolio aufgenommen und ihn Yahoo Search Builder genannt.

Auf Rollyo kommen jetzt aber noch härtere Zeiten zu, denn nun betritt auch Google den Ring. Seit heute kann sich jeder unter Zuhilfenahme der derzeit populärsten Suchmaschine seine eigenen Suchmaschinchen zusammenstellen und auch auf der eigenen Seite veröffentlichen, denn seit heute gibt es Google Custom Search Engine (Google CSE).

Google CSE nutzt den in jeder Suchmaschine integrierten Befehl, eine Suche auf eine oder mehrere Domains zu beschränken. Technisch ist Google CSE also nichts wirklich Neues, lediglich die Art und Weise, wie der Dienst Dritten gegenüber zugänglich gemacht wird, ist (für Google) neu. Und so ist Frank Patalong von Spiegel Online zuzustimmen, der heute zu dem neuen Dienst von Google u.a. folgendes ausführt:

“… Im Grunde verschenkt Google also gar nichts. Auch davon, dass der Suchmaschinenbetreiber seine Technik “für andere öffnet”, wie es in einigen euphorischen Pressemeldungen geheißen hatte, kann natürlich keinerlei Rede sein. Grundsätzlich ist die Custom Search mit der über Toolbars im Browser oder über Codezeilen in Webseiten eingebundenen Google-Suche vergleichbar, die stets nur alternative Zugänge zur Google-Webseite darstellen….”

Wie immer, wenn Google einen neuen Dienst veröffentlich, ist dessen Benutzung kinderleicht. So überrascht es nicht, wenn auch Google CSE wirklich sehr einfach zu bedienen ist. Individuelle Suchmaschinen sind innerhalb weniger Minuten und auf einfachste Weise konfiguriert und nutzbar gemacht. Gut, hier und da hakt es noch ein wenig, aber an der Bedienbarkeit ist unter dem Strich überhaupt nichts auszusetzen.

Auch die Community-Tools, die in Google CSE enthalten sind, sind clever gemacht, wenn auch nicht so bunt wie bei typischen Web 2.0-Anwendungen. Anwender, die spezielle Suchmaschinen konfigurieren, können bis zu 100 Personen einladen, ergänzende Beiträge zu leisten, Kommentare zu der getroffenen Auswahl zu machen und URLs vorzuschlagen, die die jeweilige Suchmaschine gut ergänzen würden.

Enttäuschend sind allein die Suchergebnisse selbst. Erste Tests, die wir selbst durchgeführt haben, waren überraschend schlecht. So haben wir u.a. die Svizzer Search Search List als Suchmaschine definiert, also bei Google CSE eine Liste von 162 Domains hinterlegt, die alle mit dem Thema “Suche” zu tun haben. Die Auswahl umfasst alle relevanten Domains und Blogs zu den Themen Web Search, Enterprise Search u.s.w., so dass der Begriff “Google” dort jeweils häufig Erwähnung findet. Eine Suche zu dem Suchbegriff “Google” führt aber beharrlich nur zu 65 Ergebnissen über die ausgewählten 162 Domains. Wer das selbst ausprobieren möchte, hier gibt es die Search Search List im Format XLS zum Download, gewissermassen als Futter für Google CSE.

Gleichwohl wird Google damit sicher einen Coup landen, denn mit Google CSE wird sich Google nicht nur flugs zu einem der führenden Anbieter von SiteSearch-Lösungen etablieren, sondern auch seine Werbeumsätze nochmals drastisch steigern, denn die individualisierbaren Google CSE-Suchmaschinen sind natürlich nicht werbefrei: Lediglich Non-Profit-Organisationen können durch entsprechende Angaben bei der Zusammenstellung der Suchmaschine die Einblendung von Werbung umgehen. Alle anderen müssen damit leben, dass Google die Suchergebnisse mit Werbung “anreichert”.

Mehr zu Google CSE gibt es u.a. im offiziellen Google-Blog, bei Heise, Golem, John Battelle, TechCrunch, Search Engine Journal, Search Engine Watch, Spiegel Online, Computerworld und der Netzwoche zu lesen.

Google Custom Search Engine



Microsoft entdeckt die Suche [Update]
17. Mai 2006, 5:19 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Competition

Gerüchteweise will Microsoft neue Suchapplikationen auf den Markt bringen. Verlässliche Details waren heute nicht zu erfahren, es soll sich aber einerseits um eine Neuauflage ihrer Desktopsuche handeln, andererseits um eine Verbesserung der Suchmöglichkeiten in Sharepoint Portal. Informationen hierzu finden Sie bei eWeek, Microsoft Watch, und noch einmal bei eWeek.

[Update vom 18.5.2006] Eine deutschsprachige Zusammenfassung der Pläne von Microsoft finden Sie auch bei Finanz-Nachrichten.de. Es sieht so aus, als sei die von Microsoft geplante Suche über Firmennetzwerke eng mit Microsoft Sharepoint Portal verknüft.



Wie man aus der Not eine Tugend macht
16. Mai 2006, 8:39 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Competition

Von Google kann man eine Menge lernen. Heute findet sich im Google Enterprise Blog ein Eintrag, der mit "The Myth of Tuning" überschrieben ist. Matthew Glotzbach macht sich darin über die Bemühungen der Wettbewerber im Segment "Enterprise Search" lustig, ihre Systeme zu "tunen", wie er schreibt.

Er plädiert dafür, diese Anpassungsbemühungen zu unterlassen und statt dessen auf Google's wunderbaren Ranking-Algorithmus zu vertrauen, der in jeder Umgebung und auf allen Daten immer, automatisch und "Out of the Box" für relevante Ergebnisse sorge.

Wer sich mit dem Thema "Enterprise Search" ernsthaft beschäftigt, der weiss, dass diese Ansicht völlig unhaltbar ist. Natürlich ist es unseriös, dem Kunden ein System aufzuschwatzen, bei dem erst ewig lange rumgefrickelt werden muss, damit mit dem System halbwegs brauchbare Ergebnisse erzielt werden können. Ebenso unseriös ist es aber, dem Kunden vorzumachen, dass sein spezifischer Datenbestand keinerlei Anpassungsarbeiten des Systems erforderlich mache und man einen Wunderalgorithmus habe, der in jedem Datenbestand immer automatisch die "relevanten" Ergebnisse anzeige, denn Relevanz ist nicht objektivierbar.

Relevanz bedeutet Bedeutsamkeit oder Wichtigkeit und impliziert eine individuelle, menschliche Wertung im Raum-Zeit-Gefüge. Oder mit Wikipedia:

"Die Bedeutung, die eine Sache oder Information hat, hängt immer vom Betrachter ab: Was für einen Menschen sehr wichtig erscheint, ist für den anderen eher unwichtig und uninteressant."

Der Grund, warum Google der Auffassung ist, man müsse rund um den individuellen Datenbestand des Kunden keinerlei Arbeit am Enterprise-Search-System vornehmen, liegt aber auf der Hand.  Bei Google's Search Appliance werden Sie nämlich vergeblich nach irgendwelchen Möglichkeiten suchen, das System Ihrem Datenbestand anzupassen. Also entweder Sie nehmen das System so, wie es ist, oder Sie lassen es. Dies mit einem "Wunderalgorithmus" zu erklären, anstatt mit fehlenden Einstellungsmöglichkeiten, ist natürlich auch eine Möglichkeit, aus der Not eine Tugend zu machen…



Google mit neuen Produkten
11. Mai 2006, 1:43 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Competition

Respekt! Mit dem Tempo von Google muss man erst einmal Schritt halten können: Google hat gestern auf ihrem Pressetag gleich vier neue Produkte vorgestellt, von denen zwei unser Interesse finden:

Google Co-Op ist die sicher nicht zu unterschätzende Antwort von Big "G" auf Del.icio.us und andere Social Bookmarking-Dienste. Es ist eine clevere Idee von Google, das Mitwirkungspotenzial ihrer riesigen Benutzerschaft zur Klassifizierung des Inhalts des Internets zu nutzen.

Google Desktop Search 4 bringt eine Reihe kleinerer, nicht erwähnenswerter Neuerungen, daneben aber auch eine wichtiger Neuerung, die Google wegen laut gewordener Sicherheitsbedenken an der gegenwärtigen Version eingebaut hat: Die umstrittene Funktion, mit DTS auch andere Clients durchsuchen zu können, wurde nun so gestaltet, dass sie in Netzwerken auch abgeschaltet werden kann.

Details finden Sie im offiziellen Google Blog und im Google Enterprise Blog.



Fünf Nachrichten von Google
13. April 2006, 10:38 Uhr vormittags
Gespeichert unter: Competition

Google patentiert eine sprachgesteuerte Suche, kauft sich eine neue Suchtechnik, die Teile der Inhalte von Webseiten bereits bei der Suche einblendet oder berücksichtigt, fühlt sich wohl mit der Zensur in China und weiß ab sofort auch genau, wo Sie wann waren, wenn Sie das kostenlose WiFi in San Francisco nutzen.

Ach ja, und die wichtigste Nachricht hätten wir fast übersehen: Der neue Web-Kalender ist da.