Svizzer Blog


Shapeshifters
18. März 2007, 5:59 Uhr nachmittags
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In den letzten Wochen war hier auf dem Svizzer-Blog viel über soziale Netzwerke im Allgemeinen und Web 2.0 und Social News im Besonderen zu lesen. Die Idee des sozialen Netzwerks ist faszinierend - vielleicht ist es der interessanteste Aspekt der sinnvollen Nutzung des Internets überhaupt.

Die Kritiker des Social Web, wie auch immer es sich definieren mag, teilen diese Einschätzung nicht. Zunehmend wird nicht nur die rücksichtslose Kommerzialisierung des Gedankens hinter dem “sozialen Netz” beklagt, sondern auch die Berechtigung der Hoffnung bestritten, dass das Zusammenwirken einer beliebig großen und sich beliebig zusammensetzenden Anzahl an Menschen überhaupt je zu sinnvollen Ergebnissen führen könne. Dieser Gedanke findet sich in jüngster Zeit vor allem auch in einflußreichen Blogs, die das beinahe schon inflationär gebrauchte Schlagwort von der “Weisheit der Massen” kritisch hinterfragen und teilweise bis überwiegend die Meinung vertreten, das Social Web führe allenfalls zu einer Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner der Benutzer und damit zwangsläufig zu einer Banalisierung der Inhalte sowie zu einer drastischen Herabsetzung des Niveaus eines jeden Austausches in den Gemeinschaften.

Beide Kritikpunkte haben durchaus ihre Berechtigung. Da sich die meisten Social Communities durch Werbung refinanzieren (oder das zumindest beabsichtigen) und ferner darauf angelegt sind, eine möglichst große Anzahl Menschen als Nutzer zu gewinnen, ist die Nutzung mancher dieser Dienste tatsächlich eine multimediale, suchmaschinenoptimierte und vollständig sinnentleerte Zumutung weit jenseits jeglicher Grenze des guten Geschmacks.

Um so erfreulicher ist es, von kleinen und leisen Vorhaben rund um soziale Netzwerke zu lesen, von schmalen Budgets, von werbefreien Zonen im Internet und von dem heute eher seltenen Ziel, die Zahl der Benutzer nicht ins Unermeßliche anwachsen zu lassen.

Shapeshifters ist so ein seltenes Beispiel. Shapeshifters ist eine Businessplattform, die anders als z.B. Xing nach dem Closed-Shop-Prinzip funktioniert: Zum Netzwerk zugelassen werden nur Menschen, die von anderen Mitgliedern empfohlen werden. Auf diese Weise, schrieb brand eins in ihrer Dezemberausgabe 2006, “entstehe ein weltweites Netz von Leuten, die Wirtschaft ähnlich denken: kleinteilig, authentisch und wertebasiert.”

Hinter Shapeshifters steht Erich Pöttschacher, der im Unterschied zu den Betreibern der meisten modernen Internetforen nicht versucht, wahllos viele Menschen anzusprechen. Kontakte bei Shapeshifters sollen vielmehr zielorientiert sein und für die anderen Teilnehmer des Netzwerks einen realen Nutzen haben. Damit verträgt es sich nun einmal nicht, wenn man von den falschen Leuten überschwemmt wird, “von aggressiven Verkäufern, Abzockern und gelangweilten Nerds”, wie brandeins Pöttschacher zitierte.

Shapeshifters setzt auf präzise Recherche, lokale Netzwerke und Mundpropaganda. Ein vor zwei Jahren eingebrachtes Kapital von nur 100.000 Dollar wird dazu eingesetzt, die werbefreie Business-Plattform für sanfte Globalisierung behutsam und qualitätsorientiert zu vergrößern, um dann in “20 Jahren so etwas wie die Nachrichtenagentur Bloomberg für eine andere Form der Wirtschaft zu sein”. Das klingt sympathisch und richtig. Wir wünschen Shapeshifters bei der Erreichung dieser Ziele viel Glück und Erfolg.

Weiterführende Links zu Shapeshifters:
Webseite der Shapeshifters
Artikel in brand eins, Dezemberausgabe 2006
Artikel im Basic Thinking Blog von Robert Basic vom 6.12.2006
Interview mit Susanne Haider (Shapeshifters) im Interview-Blog am 24.1.2007
Artikel im Basic Thinking Blog von Robert Basic vom 26.1.2007

Shapeshifters



“Milliardengeschäft mit Suchsoftware”
15. März 2007, 4:08 Uhr nachmittags
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Das CIO-Magazin InformationWeek mit einem interessanten Beitrag vom 13. März zum Thema Enterprise Search. Zitat:

“Die elektronischen Informationsberge in Firmen und Behörden wachsen stetig an. Kein Wunder, dass immer mehr Firmen spezielle Suchsoftware einsetzen. Laut Gartner geben sie 2007 dafür 730 Millionen Dollar aus. Tendenz steigend…”

Die Gründe für den Boom in der Suchindustrie haben wir zuletzt hier, da und dort erwähnt. Oder wie John Battelle es vor ein paar Monaten formuliert hat: “Suche ist das neue Betriebssystem“.

Milliardengeschäft mit Suchsoftware



Sourav Bhattacharjee (1974-2007)
13. März 2007, 10:56 Uhr nachmittags
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Wir haben heute erfahren, dass Sourav Bhattacharjee verstorben ist. Sourav wurde in Kalkutta geboren, studierte an der dortigen Universität Softwareentwicklung und arbeitete danach als Softwareentwickler zunächst in Hyderabad und Mumbai. Ein internationales Softwareprojekt führte ihn im Spätsommer 2000 erstmals in die Schweiz, wo er in Fribourg arbeitete und sich in das Land und vor allem in die Berge verliebte. Immer wieder arbeitete er an schweizer Softwareprojekten, zu seiner Enttäuschung allerdings von Indien aus, seiner Heimat. Erst im Jahre 2005 gelang es ihm dann endlich, wieder zurück in die Schweiz zu kommen. Im Frühjahr 2006 arbeitete Sourav für unser Unternehmen in Chur und später in Zürich für eine Unternehmensberatung.

Sourav war ein liebenswürdiger, ruhiger und rücksichtsvoller Mensch. Er liebte die Berge, Musik und Literatur, und er spielte leidenschaftlich gerne Schach. Sourav wurde nur 33 Jahre alt. Die Nachricht von seinem tragischen Tod hat uns alle sehr betroffen gemacht. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen. Farewell, Sourav!



SAP goes Google
11. März 2007, 5:05 Uhr nachmittags
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Nein. Weder kauft SAP Google noch umgekehrt, keine Sorge. Die plakativ gewählte Überschrift soll vielmehr meine Prognose umschreiben, dass sich Suche in der bevorstehenden Zeit zur zentralen Unternehmensfunktion entwickeln wird. Ich sehe hierfür zehn zentrale Gründe, wobei ich diese Liste keineswegs als abschließend betrachte (und die Zahl zehn nicht programmatisch gewählt wurde, sondern sich wirklich nur zufällig ergab):

#1 Die sintflutartig ansteigende Datenmenge
Wie der Bericht von IDC eindrucksvoll darstellt, wird sich die schiere Menge an digitalen Informationen bis 2010 versechsfachen. Das bedeutet in der Konsequenz, dass wir uns mit einer noch nie da gewesenen Fülle an Informationen konfrontiert sehen bzw. sehen werden. Diese Menge an Daten erfordert neue Werkzeuge, um die Informationen zugänglich zu machen. Das Internet zeigt uns, wie es geht: Mit Suchmaschinen.

#2 Die Tatsache, dass 80% der Daten unstrukturiert sind
Der Traum eines jeden Menschen ist es, Daten geordnet in Datenbanken abzulegen. Dieser Traum ist ausgeträumt. 80% der Informationen, mit denen wir heute schon zu tun haben, sind unstrukturiert und einer Speicherung in Datenbanken nicht (jedenfalls nicht sinnvoll) zugänglich. Statt dessen werden diese Informationen automatisiert indexiert und dem Benutzer im Wege der Volltextsuche erschlossen.

#3 Der nicht zu rechtfertigende Zeitaufwand, den die Veredelung von Daten verursacht
Selbst wenn die Daten (entgegen dem Statement zu #2) in Datenbanken abgelegt werden könnten, wäre das eine durch nichts zu rechtfertigende Zeitverschwendung, die den Prozess der Informationsgewinnung drastisch verteuern würde. Die manuelle Veredelung von Daten kostet Zeit, die automatisierte Indexierung der Daten hingegen nicht.

#4 Die Schnelllebigkeit von informationsbezogenen Prozessen
Informationen werden von Unternehmen heutzutage nicht mehr gesammelt, um in ferner Zukunft zum Einsatz zu gelangen. Auch informationsbezogene Prozesse sind heute mehr denn je „just in time“. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ich eine Information heute oftmals sofort benötige und nicht auf deren Veredelung warten kann.

#5 Das hohe Maß an „Informationsdynamik“
Informationen, die heute gesammelt werden, sind bald schon wieder inaktuell. Die Halbwertszeit von Informationen sinkt rapide. Wenn Informationen aber möglicherweise morgen schon wieder überholt sind, macht es gar keinen Sinn mehr, diese Informationen heute manuell zu veredeln.

#6 Die zunehmende Vermischung „guter“ und „schlechter“ Informationen
Nicht nur die Halbwertszeit von Informationen sinkt, sondern auch ihre Qualität und Bedeutung. Ich persönlich würde schätzen, dass 80% der weltweit gespeicherten Informationen völlig sinn- und wertlos sind. Die Frage, welche 80% das sind, sollte uns nicht beschäftigen. Das täte sie aber dann, wenn ich die gespeicherten Informationen danach unterscheiden müsste, was mir Dank preiswerter Speichermedien erspart bleibt. Informationen werden aufgehoben. Wenn ich sie künftig einmal brauchen sollte, ist es gut. Andernfalls auch.

#7 Die Dezentralisierung (Mobilisierung, Sozialisierung) von Informationen
Heute hat das älteste Mobiltelefon die Speicherkapazität ganzer Rechenzentren vergangener Jahrzehnte. Spätestens mit der universellen Verfügbarkeit mobiler Speichermedien (Handies, Notebooks, USB-Sticks, PDAs) war der Traum eines jeden ordentlichen IT-Verantwortlichen von der zentralen und redundanzfreien Speicherung von Unternehmensinformationen beendet. Unternehmensdaten stecken heute – bildlich gesprochen – in jeder Hosentasche, sind auf Reisen oder entstehen am Heimarbeitsplatz. IT-Leiter können heute von Glück reden, wenn diese Daten früher oder später physikalisch überhaupt in das Firmennetzwerk gelangen. Eine geordnete Übergabe der Daten im Sinne des Einstellens der Informationen in Datenbanken dürfte heute jedoch nur mehr im Ausnahmefall erfolgen.

#8 Der hohe Stellenwert der Information im Wertschöpfungsprozess
Der legerer gewordene Umgang mit digitalen Informationen kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die digital verfügbare Information heute mehr als noch im vergangenen Jahrzehnt zentraler Bestandteil von Wertschöpfungsprozessen geworden ist. Noch nie waren die Sätze vom Wissen, das Macht ist, oder der Information, die man nicht in Gold aufwiegen kann, wahrer als heute. Der Wert einer Information steht und fällt aber mit deren zuverlässiger Zugänglichmachung – und zwar genau dann, wenn ich sie brauche. Auch das spricht für Suchtechnologie.

#9 Die zunehmende Bedeutung nichtproprietärer Informationen
Die heile Unternehmenswelt sah früher eine weitgehende Abschottung der unternehmenseigenen Daten von den Daten der großen, weiten Welt vor. Jeden Tag wird die Grenzziehung zwischen den Unternehmensdaten und der „Welt da draußen“ schwieriger. Der Siegeszug des Internets fordert seinen Tribut, leistet aber wertvolle Beiträge zur Wertschöpfung, auf die heute niemand mehr verzichten kann. Gute Informationsbeschaffung berücksichtigt alle relevanten Quellen, seien es die firmeneigenen Informationsserver, sei es das Internet. Das aber geht nur mit Suchtechnologie.

#10 Die bequeme Arbeit mit Suchtechnologie
Suchmaschinen sind einfach zu bedienen und liefern schnell Ergebnisse. Ihre Bedienung erfordert in der Regel kein Expertenwissen und auch keine Kenntnis vom Speicherort und etwaigen Ontologien und Schlagwortkatalogen, anhand derer früher Informationen in Datenbanken eingepflegt wurden. Suchmaschinen sind im hohen Maße fehlertolerant und gestatten auch die näherungsweise Suche und vielfach eben auch wertvolle Zufallsfunde. Ich wage zu behaupten, dass die Mehrheit der Menschen, die je das Internet genutzt haben, sich die Bedienung einer Suchmaschine zutraut.

SAP goes Google



“Because change happens” [Update]
8. März 2007, 5:16 Uhr nachmittags
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Die Werbung regiert das Internet. Das ist eine Binsenweisheit, die jeder nachvollziehen kann, der die aktuellen Diskussionen z.B. rund um die Kommerzialisierung der Blogosphäre und nicht zuletzt auch die Macht der Suchmaschinen verfolgt.

Die meisten der lukrativen Geschäftsmodelle im Internet sind werbefinanziert, und Onlinemarketing bekommt mit der zunehmenden Beliebtheit von Podcasts und Internetvideos gerade frischen Schwung. Vieles entsteht hier und das ist gut so. Es wird neue und attraktive Formen der Werbung geben, die mit der klassischen Werbung konkurrieren und vielleicht sogar besser an die modernen Lebensgewohnheiten angepasst sind als der Werbespot, der einen Spielfilm unterbricht.

Ein Beispiel für eine mögliche neue Form von Werbung ist die Kombination von Nachrichtenvideos und Werbung. Dem Video wird der kurze Trailer eines Werbekunden vorangestellt. Der Betrachter muss wohl oder übel durch den zumeist kurzen Trailer durch, bevor er das Nachrichtenvideo betrachten kann. Es liegt auf der Hand, dass sich für diese Form der Werbung vor allem Videos zu populären Themen eignen, die von einer größeren Anzahl an Personen betrachtet werden als Nachrichten, für die sich niemand interessiert.

Nicht immer gelingt dann aber auch die inhaltliche Abstimmung zwischen der Nachricht und der vorgeschalteten Werbung. Ein Musterbeispiel für schlechte Abstimmmung führt uns Spiegel Online und einer seiner Werbekunden, die Zürich Versicherung, vor:

Eine aktuelle Nachricht über Polizeigewalt in Großbritannien wird von Spiegel Online mit dem Video einer Überwachungskamera versehen, die den Vorgang aufzeichnete. Das Video zeigt einen Polizeibeamten, der vor der Tür eines Clubs in London eine Besucherin brutal verprügelt.

Prügelszene

Glaubt man der Überschrift des Artikels, sind die Briten über diesen Vorgang entsetzt. Um so seltsamer mutet es allerdings an, dass die Zürich Versicherung sich dazu entschlossen hat, im Kontext mit diesem Video Werbung zu machen. Dem Video vorangestellt ist ein kurzer Trailer der Zürich Versicherung, der mit dem sinnhaften Spruch endet: “Because change happens”.

Trailer Zürich Versicherung

Gerade im Kontext mit der Prügelszene wirkt dieser Spruch wirklich mehr als bizarr. Ich persönlich erachte die Kombination als vergleichsweise geschmacklos. Was soll uns die Kombination sagen? Will die Zürich Versicherung damit auf die Sinnhaftigkeit einer Krankenversicherung gerade für Besucher von Clubs aufmerksam machen? Ich warte auf den Tag, an dem solch ein Video mit dem Satz eingeleitet wird: “Die nachfolgende Prügelszene wird Ihnen gesponsort von XYZ”.

Aber sicher hat die konservative Zürich Versicherung in einem Punkt mit ihrer Aussage Recht: Diese Form der Werbung ist nur denkbar, weil Dinge sich ändern, wenn auch nicht immer zwingend zum Guten…

[Update von 17:30 Uhr] Spiegel Online hat den Trailer mittlerweile entfernt. Das ging aber schnell!

Because change happens



Suchsoftware vs. Datenflut
7. März 2007, 11:51 Uhr nachmittags
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Das Marktforschungsunternehmen IDC prognostiziert, dass die Datenmenge sich in den kommenden vier Jahren versechsfachen wird. Da 80% der Daten nicht sinnvoll mit Datenbanken organisiert werden können, da es sich um unstrukturierte Daten handelt, ist Suchtechnologie die Lösung für diese Herausforderung.

In einer animierten Flash-Präsentation (Dauer 3:37) sehen Sie, wie die Datenmenge zwischen 2006 und 2010 ansteigt, welche Auswirkungen der Anstieg haben wird und wie Sie die unstrukturierten Daten in den Griff bekommen.

Suchsoftware vs. Datenflut



988.000.000.000.000.000.000 Bytes
6. März 2007, 7:04 Uhr nachmittags
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Wenn Sie glauben, den schlimmsten Anstieg der Datenflut bereits erfolgreich bewältigt zu haben, täuschen Sie sich gewaltig. Das Marktforschungsinstitut IDC hat heute seine im Auftrag von EMC erarbeitete Schätzung für die Entwicklung der weltweiten Datenmenge in den Jahren 2006-2010 vorgelegt. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Sie sollten ein paar Festplatten mehr einplanen.

Die u.a. von Spiegel Online und Stern zitierte Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass die Menschheit bis 2010 insgesamt 988 Milliarden Gigabyte an digitalen Informationen zusammengetragen haben wird. Das entspricht dem sechsfachen der heute weltweit digital gespeicherten Datenmenge. Und schon 2006 hatten wir die stolze Summe von 161 Exabyte, also 161 Milliarden Gigabyte an Informationen angehäuft. 161 Milliarden Gigabyte, das entspricht etwa 161.000.000.000.000.000.000 Bytes.

Sie können sich unter all diesen Zahlen nichts vorstellen? Dann geht es Ihnen so wie mir oder der österreichischen Zeitung Der Standard, die heute aus Verwirrung über all diese großen Zahlen davon sprach, die Welt würde im Jahre 2010 knapp 1 Milliarde Gigabyte an Daten speichern. In Wirklichkeit sind es aber 1 Billion Gigabyte. Vielleicht hilft ein Vergleich, um Ihnen die unglaubliche Menge an Informationen zu verdeutlichen: Die Menge der heute elektronisch verfügbaren Daten entspricht nach Angaben von Spiegel Online dem dreieinhalbmillionenfachen der Informationsmenge, die je in geschriebenen Büchern veröffentlicht wurde. Im Jahre 2010 entspricht die digital gespeicherte Informationsmenge dem einundzwanzigmillionenfachen dessen, was jemals in allen Büchern der Welt an Informationen enthalten war.

OK. Einmal tief durchatmen. Was bedeutet das im Detail?

Nun, das bedeutet, dass die Datenmenge bis 2010 jedes Jahr um 57% ansteigen wird. Besonders kritisch ist die Entwicklung bereits heute bei eMail: Gab es im Jahre 1998 “nur” 253 Millionen Mailaccounts, waren es 2006 bereits 1,6 Milliarden Accounts. Im selben Zeitraum stieg allerdings die Menge an gesendeten Mails dreimal schneller an: Im Jahre 2006 betrug allein die Menge an eMail, die in diesem Jahr versendet wurde, 6 Exabyte, also 6 Milliarden Gigabyte.

IDC schätzt darüber hinaus, dass mittlerweile mehr als 95% aller weltweit verfügbaren Daten unstrukturiert, also nicht in Datenbanken gespeichert sind. Und selbst bei den Unternehmensdaten, bei denen der Anteil an Datenbankdaten vergleichsweise hoch ist, machen die unstrukturierten Daten immer noch mehr als 80% aus.

IDC hat noch weitere Analysen der weltweiten Datenmenge vorgenommen. Eine Zusammenfassung finden Sie hier, die Summary des Reports (PDF, 656 KB) und der vollständige Report (PDF, 1,88 MB) sind bei EMC als Download verfügbar - und sehr lesenswert. Die acht wichtigsten Kernaussagen haben wir anhand der IDC-Charts hier zu einer knapp 2-minütigen Flashpräsentation zusammengefasst.

Denken Sie immer noch, Sie hätten die Datenflut bereits hinter sich? Wenn man einmal davon absieht, dass allein der Bedarf an Speichermedien drastisch zunehmen wird, sprechen vor allem die ansteigende eMail-Flut sowie der Umstand, dass vier Fünftel aller Daten unstrukturiert sind, eine deutliche Sprache: Die Zeit, die Sie mit der Organisation von Information und der Suche nach Informationen zubringen, wird deutlich zunehmen. Datenbanken werden Ihnen in diesem Zusammenhang keine große Hilfe sein, da es ja um unstrukturierte, also solche Daten geht, die für die Speicherung in Datenbanken nicht gut geeignet sind.

Wir denken, dass IDC mit dieser Studie verdeutlicht hat, dass die Zukunft der Datenorganisation der Suchtechnologie gehört. Vielleicht ist es an der Zeit, aus diesem Anlass einmal über Desktop Search oder Enterprise Search Lösungen von Svizzer nachzudenken? Oder wollen Sie wirklich in der Datenflut ertrinken?

988 Exabyte