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Erst dachte ich an ein Schreibversehen, aber es heisst wirklich so. “Web 3.0″. Kaum habe ich gerade halbwegs begriffen, was unter Web 2.0 verstanden wird, kommt auch schon die nächste Version des Webs um die Ecke. Nun gut, ich gebe es zu, ich bin über 40, aber der Begriff “Web 3.0″ ist so neu, für ihn kennt nicht mal das grosse Internet eine Definition. Wie dem auch sei, warten wir ab, ob 3D-Drucker wirklich unser Leben verändern werden, wie Tim O`Reilly orakelt. Meines aber hoffentlich nicht mehr.
Gegenwärtig schlagen wir uns jedenfalls noch mit weniger virtuellen Dingen rum, wie z.B. mit neuen Windows- und Officeversionen. Mit grossem Brimborium wurde heute die Verfügbarkeit von Windows Vista, Office 2007 und Exchange 2007 von Steve Ballmer höchstpersönlich bekannt gegeben. Für Firmenkunden - und zwar nur für solche mit Volumenlizenzverträgen. Wir sind zwar Partner von Microsoft, aber deshalb habe ich noch lange nicht verstanden, warum Privatkunden die neuen Produkte, falls sie sie denn unbedingt haben wollen, erst Ende Januar 2007 bekommen sollen. Hallo? Das ist doch Software, da gibt es doch im Gegensatz zu Autos oder Kinderwägen hoffentlich keine Lieferfristen, oder etwa doch? Egal. Man muss nicht immer alles verstehen. Das neue Powerpoint ist übrigens klasse, das sollten Sie sich einmal ansehen, wenn Sie auch so viele Präsentationen basteln wie ich. Es erleichtert die Arbeit wirklich sehr, da es viele nette SmartArt-Tools gibt, die aus einfachen Listen mit einen Klick geniale Graphiken machen…
Zurück zu Web 2.0 und verwandten Themen. Heute ging in Wien die Semantics 2006 zu Ende. Semantics 2006 ist ein Forum, das sich, wie der Name schon sagt, mit semantischen Technologien bechäftigt (ist das eigentlich noch Web 2.0 oder schon Web 3.0?). In der Grundidee geht diese Bestrebung als “Semantic Web” auf den Urvater des Internets, Tim Berners-Lee zurück. Wie bei Heise berichtet wird, ziehen nun semantische Technologien langsam in die Wirtschaft ein, was man darunter auch immer verstehen mag. Zwei Aussagen, die bei Heise zu Beispielanwendungen getroffen wurden, haben heute meine besondere Aufmerksamkeit gefunden:
“Unsere Mitarbeiter haben die Erfahrung gemacht, dass sie selbst ihre eigenen Informationen auf dem Desktop mit unserem neuen Werkzeug schneller finden als bislang”
und
“Wenn wir pro Schadensfall Einsparungen von nur fünf Minuten erreichen, bringt uns das einen return on investment innerhalb von sechs Monaten”
Das sind nämlich Aussagen, mit denen wir auch für Svizzer werben. Die bei Heise beschriebenen Lösungen scheinen also eine Menge mit Suchtechnologie zu tun zu haben. Sind wir nicht alle ein wenig semantisch?