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Über Rollyo haben wir vor kurzen berichtet. Rollyo lässt den Benutzer des Dienstes seinen individuellen Suchraum aus bis zu 25 Domains zusammenstellen und diesen Suchraum als eigene Mini-Suchmaschine speichern. Rollyo, auf deren Seiten man die Suchmaschinen anderer Anwender betrachten kann, ist eine Web 2.0-Anwendung. Der Service bedient sich bei der Suche selbst der Websuchmaschine ihres Partners Yahoo. Yahoo hat kurz nach dem Launch von Rollyo selbst einen gleichartigen Dienst ins Portfolio aufgenommen und ihn Yahoo Search Builder genannt.
Auf Rollyo kommen jetzt aber noch härtere Zeiten zu, denn nun betritt auch Google den Ring. Seit heute kann sich jeder unter Zuhilfenahme der derzeit populärsten Suchmaschine seine eigenen Suchmaschinchen zusammenstellen und auch auf der eigenen Seite veröffentlichen, denn seit heute gibt es Google Custom Search Engine (Google CSE).
Google CSE nutzt den in jeder Suchmaschine integrierten Befehl, eine Suche auf eine oder mehrere Domains zu beschränken. Technisch ist Google CSE also nichts wirklich Neues, lediglich die Art und Weise, wie der Dienst Dritten gegenüber zugänglich gemacht wird, ist (für Google) neu. Und so ist Frank Patalong von Spiegel Online zuzustimmen, der heute zu dem neuen Dienst von Google u.a. folgendes ausführt:
“… Im Grunde verschenkt Google also gar nichts. Auch davon, dass der Suchmaschinenbetreiber seine Technik “für andere öffnet”, wie es in einigen euphorischen Pressemeldungen geheißen hatte, kann natürlich keinerlei Rede sein. Grundsätzlich ist die Custom Search mit der über Toolbars im Browser oder über Codezeilen in Webseiten eingebundenen Google-Suche vergleichbar, die stets nur alternative Zugänge zur Google-Webseite darstellen….”
Wie immer, wenn Google einen neuen Dienst veröffentlich, ist dessen Benutzung kinderleicht. So überrascht es nicht, wenn auch Google CSE wirklich sehr einfach zu bedienen ist. Individuelle Suchmaschinen sind innerhalb weniger Minuten und auf einfachste Weise konfiguriert und nutzbar gemacht. Gut, hier und da hakt es noch ein wenig, aber an der Bedienbarkeit ist unter dem Strich überhaupt nichts auszusetzen.
Auch die Community-Tools, die in Google CSE enthalten sind, sind clever gemacht, wenn auch nicht so bunt wie bei typischen Web 2.0-Anwendungen. Anwender, die spezielle Suchmaschinen konfigurieren, können bis zu 100 Personen einladen, ergänzende Beiträge zu leisten, Kommentare zu der getroffenen Auswahl zu machen und URLs vorzuschlagen, die die jeweilige Suchmaschine gut ergänzen würden.
Enttäuschend sind allein die Suchergebnisse selbst. Erste Tests, die wir selbst durchgeführt haben, waren überraschend schlecht. So haben wir u.a. die Svizzer Search Search List als Suchmaschine definiert, also bei Google CSE eine Liste von 162 Domains hinterlegt, die alle mit dem Thema “Suche” zu tun haben. Die Auswahl umfasst alle relevanten Domains und Blogs zu den Themen Web Search, Enterprise Search u.s.w., so dass der Begriff “Google” dort jeweils häufig Erwähnung findet. Eine Suche zu dem Suchbegriff “Google” führt aber beharrlich nur zu 65 Ergebnissen über die ausgewählten 162 Domains. Wer das selbst ausprobieren möchte, hier gibt es die Search Search List im Format XLS zum Download, gewissermassen als Futter für Google CSE.
Gleichwohl wird Google damit sicher einen Coup landen, denn mit Google CSE wird sich Google nicht nur flugs zu einem der führenden Anbieter von SiteSearch-Lösungen etablieren, sondern auch seine Werbeumsätze nochmals drastisch steigern, denn die individualisierbaren Google CSE-Suchmaschinen sind natürlich nicht werbefrei: Lediglich Non-Profit-Organisationen können durch entsprechende Angaben bei der Zusammenstellung der Suchmaschine die Einblendung von Werbung umgehen. Alle anderen müssen damit leben, dass Google die Suchergebnisse mit Werbung “anreichert”.
Mehr zu Google CSE gibt es u.a. im offiziellen Google-Blog, bei Heise, Golem, John Battelle, TechCrunch, Search Engine Journal, Search Engine Watch, Spiegel Online, Computerworld und der Netzwoche zu lesen.
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