Google vs. DoJ [Update]
Update vom 22.1.2006: Der PR-Erfolg von Google, die sich bislang erfolgreich gegen das Herausgabebegehren des DoJ zur Wehr setzte, war nur von kurzer Dauer: Die Aktie von Google gab am Freitag um 8,5% nach, womit die Aktien an nur einem Tag annähernd 11 Milliarden Dollar verloren haben. Grund für die überraschende Kursentwicklung sind u.a. Sorgen um die Reaktion der Internetuser auf das Herausgabeverlangen (Quelle: Heise).
2 Kommentare bis jetzt
Kommentieren
20. Januar 2006, 12:33
Gespeichert unter: Hot News
Gespeichert unter: Hot News
Das US-Justizministerium möchte mit gerichtlicher Hilfe die Herausgabe bestimmter Daten von Google über Suchmaschinenanfragen erzwingen. Den von uns zu Rate gezogenen Quellen (Heise, Slashdot, Wired) ist nicht zweifelsfrei zu entnehmen, ob diese Daten personenbezogen sind oder nicht. Wenn man das Rechtsbegehren des Department of Justice (PDF, 659 KB) überfliegt, hat man eher den Eindruck, dass keine personenbezogenen Daten verlangt werden. Das spielt aber keine Rolle, denn zwei Dinge irritieren uns hieran:Zum einen die Tatsache, dass US-Behörden private Unternehmen zwangweise dazu verpflichten wollen, ihr Wissen und ihre Erkenntnisse in den Dienst staatlicher Aktivitäten zu stellen. Irritierend ist auch, dass sich in dem Artikel bei Heise folgender Satz findet:
„Andere Suchmaschinenanbieter sollen sich hingegen bereit erklärt haben, mit der Regierung zu kooperieren.“
Die „anderen“ sollen nach den Erkenntnissen von Slashdot wirklich alle anderen sein, die eine Rolle spielen, also AOL, MSN und Yahoo. Respekt vor Google in diesem Zusammenhang!
Wenn Sie angesichts dessen befürchten, dass dieses Beispiel Schule machen sollte, sollten Sie bei Wired nachlesen, wie Sie im Zusammenhang mit Cookies ein Minimum an Schutz vor der Nachvollziehbarkeit Ihres Internet-Nutzungsverhaltens aufbauen können. Wenn Ihnen das nicht genügt, dann suchen Sie doch einmal mit den Suchbegriffen „Tor“, „Privoxy“ und „Anonymizer“ im Internet nach einer passenden Lösung für Sie.
Update vom 22.1.2006: Der PR-Erfolg von Google, die sich bislang erfolgreich gegen das Herausgabebegehren des DoJ zur Wehr setzte, war nur von kurzer Dauer: Die Aktie von Google gab am Freitag um 8,5% nach, womit die Aktien an nur einem Tag annähernd 11 Milliarden Dollar verloren haben. Grund für die überraschende Kursentwicklung sind u.a. Sorgen um die Reaktion der Internetuser auf das Herausgabeverlangen (Quelle: Heise).
In diesem Zusammenhang: John Palfrey äussert sich in Red Herring zu den Befürchtungen, Regierungen könnten Internetsuchmaschinen künftig systematisch zur Stillung ihres Wissensdurstes heranziehen.
Update vom 23.1.2006: Die Kursverluste wurden heute wieder ausgeglichen (via Heise).
2 Kommentare bis jetzt
Kommentieren
Kommentieren
Zeilen- und Absatzumbrüche automatisch, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt, HTML-Tags zulässig:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
[...] Wie am 20.1. erwähnt, hat das amerikanische Justizministerium verschiedene Suchmaschinenbetreiber zur Herausgabe bestimmter Daten gebeten. Google hat sich bislang gegen die Herausgabe geweigert, während andere Suchmaschinenbetreiber, hierunter auch MSN, der Aufforderung entsprachen. [...]
Pingback von Svizzer Blog » Blog Archive » Herausgabe von Suchmaschinendaten 24. Januar 2006 @ 1:42[...] Im Verfahren Google vs. DoJ gibt es zwischenzeitlich auch Neuigkeiten. Google wehrt sich nach wie vor gegen die Herausgabe der gewünschten Daten an das Justizministerium. Im Google-Blog kann man nachlesen, welche Gründe Google gegen das Begehren des DoJ vorträgt, eine Zusammenfassung findet sich auch im Search Engine Journal. [...]
Pingback von Svizzer Blog » Blog Archive » Anhörung im US-Repräsentantenhaus [Updates] 18. Februar 2006 @ 6:47